Gute Sortierung tut gut auf dem Spieltisch. Besonders, wenn das Spielmaterial immer umfangreicher wird. Einfach Häufchen bilden, das geht zwar auch, aber es geht auch besser. Also müssen zwingend passgenaue Schälchen her, um die Sortierung von Plättchen, Steinchen und was auch immer zu ermöglichen. Mein Irrweg dahin und kleine Bestandsanalyse zugleich.

Die Frage nach Schälchen für Plättchen und Steinchen und Co, um das ganze Material auf dem Spieltisch zu sortieren, kommt bei mir immer wieder auf. Bisher hatte ich dann diverse Plastikbecher oder auch Untertassen zusammengesucht. Allerdings nichts, was ich bei einem Spieletreff mit dabei habe. Also begann für mich die Suche nach passenden Spielmaterial-Schälchen. Am besten robust, stapelbar und platzsparend transportabel und vor allem zweckmäßig. Im Gastronomie-Bereich gibt es passendes Einweggeschirr aus gepressten Palmblättern. Nicht zu klein, aber auch nicht zu groß. Blöd nur, dass die Mindestabnahmemenge in Verpackungseinheiten gerechnet wird, die meinen Bedarf um Größenordnungen überschreitet. Oder die Versandkosten sowie der Mindestmengenzuschlag übersteigen bei weitem den Produktpreis, was sich ebenso nicht gut anfühlt.

Also mal spontan bei Amazon & Co geschaut, dort aber auch nichts gefunden. Temu als chinesische Billigalternative kam mir da ins Gedächtnis. Als Erstkunde brauche ich da sogar nur für 10 Euro einkaufen und der Versand kostet nichts extra. Tja, nur das Herkunftsland und die Produktionsbedingungen sind mehr als fragwürdig. Ebenso fraglich, was ich da überhaupt geliefert bekomme, welche Schadstoffe ich mir mit einhandele und ob die Produktbeschreibung wirklich dem entspricht, was ich haben möchte. Viele Fragezeichen, aber die Gier sparen zu wollen, kombiniert mit der Bequemlichkeit von Hause aus ein riesiges Angebot für wenige Euros durchstöbern zu können, hatte dann doch unvernünftigerweise die Oberhand gewonnen. Also drei verschiedene Schälchentypen bestellt – zweimal aus unbehandeltem Holz und einmal Plastikschälchen.

Eine gute Woche und damit früher als erwartet und angekündigt kam das dann alles per Luftfracht direkt aus China an, auf den letzten Meilen von Hermes geliefert. Was ich da bekommen hatte, das war erstmal viel Verpackungsmüll aus Plastik. Teilweise von dem Holz gelblich eingefärbt. Ob da der Lack doch noch nicht durchgetrocknet war? Tja, und was dann ausgepackt zum Vorschein kam, das war dann doch viel kleiner als gedacht und abgemessen: Winzige Unterteller aus Holz mit arg niedrigem Rand. Eierbecher, in die ich gerade so eben meine zwei Finger bekam. Und zu meinem Glück etwas größere Plastikschälchen, die ich allerdings genauso auch im 1-Euro-Laden vor Ort bekommen hätte.

Auf den Bildern seht Ihr den Größenvergleich und den Nutzwert am Beispiel von SETI. Mein simulierter Praxistest zeigt: Die Tellerchen haben einen zu niedrigen Rand, sodass das Spielmaterial zu schnell herausgleitet und sich auf den Tisch verteilt. Die Schälchen in Eierbecherform sind so klein, dass ich Plättchen da kaum herausgreifen kann. Einzig die Plastik-Dessertbecher gefallen mir, weil gut stapelbar und so groß wie gedacht, um diverses Spielmaterial aufnehmen zu können. Im Brettspielalltag müssen die sich allerdings noch bewähren.

Für die bezahlten 10 Euro in Summe wäre ich mal lieber durch diverse Bioläden getingelt, um mir dort dieses Palmblätter-Geschirr in passender Größe kaufen können. Weil dann hätte ich auch direkt gesehen und gefühlt, welche Schälchengrößen ich wirklich brauche. Mein Fazit: Finger weg von Online-Billiganbietern wie Temu & Co, eben weil die Produktqualität zweifelhaft ist und es die Beschreibungen wie Abmessungen nur sehr fern der Realität entsprechen. Wenn Ihr Ideen zur Zweitverwendung meiner Schälchen habt, dann ab damit in die Kommentare unten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert