Vor der ersten Spielpartie gibt es schon so einiges zu erzählen und das geht über ein triviales Auspacken des Spielmaterials hinaus. Besonders die Fragen, welche Kartenhüllen bei diesem kooperativen Deck-Building-Spiel passend sind und ob sich das Spielmaterial damit überhaupt wieder zurück in das Plastikinlay sortieren lässt. Ich gebe Euch Antworten.
Meine Geschichte von und über Dead Cells fängt nicht erst damit an, dass ich die DHL-Sendung vom Spielekurier einen Tag früher als erwartet bekommen habe. Auf der Spiel DOCH! in Dortmund und damit im Mai 2025 konnte ich eine Vorabversion der Lokalisierung von Frosted Games erstmalig anspielen. Das war eine entspannt betreute Zweierrunde, in der uns das Spielprinzip in der laufenden Partie erklärt wurde. Hat Spaß gemacht, obwohl wir dauernd nur auf die Fresse bekommen haben. So hatten wir gerade mal das erste Biom-Spielbrett überlebt und sind in der vergifteten Kanalisation direkt gegen den ersten Elite-Gegner gescheitert. Im Direktvergleich mit Slay the Spire fühlte sich das nicht gerade aufbauend und belohnend an, zumal wir bis dahin auch nicht unsere Kartendecks verbessern konnten.
Sollte Slay the Spire für mich also doch das besser passende Brettspiel mit Rouge-Elementen sein? Zumal wir uns in Dead Cells erst nach dem Tod und damit zwischen den einzelnen Spielpartien in unserem Kartendeck verbessern. In einer Partie sammeln wir hingegen nur selten neue Gegenstände und leveln ansonsten nur die Fähigkeiten unseres Playboards auf. Eine arge Beschränkung, die allerdings Dead Cells auszeichnet, denn es will bewusst kein zweites Slay the Spire sein. Der häufige Tod und damit das vorangegangene Scheitern einer Spielpartie gehört fest verankert zum Spielprinzip dazu. Nur dadurch werden wir von Partie zu Partie besser und die können wir auch bequem in unterschiedlichen Spielrunden und mit diversen Mitspielern angehen. Zwar spielen wir eine Kampagne, in der unsere Charaktere immer besser werden, allerdings braucht es dafür keine feste Truppe und somit auch keine monatelange Verpflichtung. Dead Cells ist somit auch für spontane Spieletreffs geeignet. Mal eben eine Partie spielen und dann weiterziehen. Wobei Dead Cells durch den eingebauten Fortschritt zwischen den Partien mit neuen Grundfähigkeiten, Kampfkarten und verfügbaren Gegenständen den berüchtigten Sog erzeugten soll, das alles direkt in einer kommenden Spielsession ausprobieren zu wollen.
Das Ziel bleibt zwar der nächste Endgegner, allerdings werden wir das im ersten Anlauf wohl niemals schaffen können. Darin liegt der eigentliche Spielreiz von Dead Cells begründet. Und genau dieser Gedanke ließ mich nach meinem Erstkontakt auf der Spiel DOCH! in Dortmund nicht mehr los. Die versandkostenfreie Vorbestellphase hatte ich leider verbummelt und so hoffte ich auf ein gutes Angebot im lokalen Spielefachhandel vor Ort, weil nur dort Dead Cells fernab der Direktbestellung bei Frosted Games kaufbar sein sollte. Tja, meine Stammhändler im Umkreis hatten Dead Cells nicht und konnten es auch nicht zeitnah bestellen. Also weitere Wochen auf die Versandfreigabe warten, bei der sich allerdings meine Hoffnung auf einen zur UVP von 89,95 Euro vergünstigten Preis nicht wirklich einstellen wollte. Am Ende habe ich rund 10 Euro vor allem durch versandkostenfreie Lieferung im Vergleich zu einer Bestellung direkt bei Frostes Games gespart. Dead Cells ist also weiterhin hochpreisig und nur sehr begrenzt im Handel vorrätig.
Die ersten Rückmeldungen machten zudem klar, dass das Plastikinlay der deutschsprachigen Version identisch zum Original sei und dementsprechend zu eng für Kartenhüllen. Somit passten die großformatigen Karten im 7 Wonders Sonderformat von 65 x 100 mm, nicht als eine Reihe zurück in das Inlay sortiert, wenn Kartenhüllen zum Einsatz kommen sollten. Als Lösung lassen sich die gesleevten Karten allerdings als zwei Stapel in um 90 Grad gedrehter Ausrichtung in das Inlay packen und zerknicken dabei auch nicht die Kartenhüllen. Soweit also Entwarnung.
Als Fan von Arcane Tinmen Kartenhüllen im matt, wollte ich für Dead Cells meine Restbestände verwenden. Dazu braucht es sieben Pakete davon in der Größe „Extra Large“, um wirklich alle großformatigen Karten zu sleeven. Das habe ich hingegen noch nicht gemacht, weil ich mir die Karten der vier Upgrade-Stapel nicht spoilern wollte. Die werden erst im Laufe der kommenden Partien in vorsortierter Reihenfolge gezogen und erst dann werde ich entscheiden, ob ich die in Kartenhüllen packen möchte oder die nur einmalige Verwendung finden oder direkt ins Mutationsbrett wandern. Als Alternative hatte ich die Kartenhüllen von Gamegenic in 67 x 103 mm Größe bestellt, die sich als komplett gleich groß wie die Arcane Tinmen herausstellten, nur eben leicht dicker sind und deshalb auch etwas strammer sitzen. Letztendlich habe ich mich komplett für Arcane Tinmen entschieden, auch damit sich die Kartenstapel nicht zu sehr aufblähen. Wenn Ihr Arcane Tinmen nicht mehr bekommt, sollten die von Gamegenic in matt ebenso völlig ausreichen.
In das Mutationsbrett mit seinen Kartenlaschen sollen auch gesleevte Karten passen. Soweit die Rückmeldung zur Originalversion. Von der Größe ja, da ist ausreichend Platz vorhanden. Allerdings empfand ich diese Kartenlaschen erstaunlich stramm sitzend, sodass ich darauf verzichtet habe, die vorgesehenen Karten dort mitsamt Kartenhüllen hineinzupressen. Zumal die sowieso dort keinerlei Abnutzung zeigen, denn die sind dort aufbewahrt und gut. Anders sieht es hingegen mit den Kampfkarten der Spieler-Charaktere aus und ebenso mit den Gegnerkarten der Biome. Die werden im Spielverlauf durchaus gemischt und sind zudem randlos mit schwarzer Rückseite bedruckt und dementsprechend anfällig für Markierungen. Im gleichen Atemzug habe ich auch die kleinen Ausrüstungskarten gesleevt – hier mit den 68 x 44 mm der Größe „Small“. Die kommen als Startausrüstung sowie Biom-Ausrüstung vor sowie geheime Ausrüstung vor und drei Kartenpacks von Arcace Tinmen in matt reichen dafür komplett aus.
Die Anleitung schlägt vor, die Karten nach Biome zu sortieren, mit ihren großen und kleinen Karten und dazwischen den entsprechenden Kartentrenner zu packen. Ich habe vorab die kleinen Karten eines Bioms in einen Zippbeutel gepackt und die vor den großen Karten gepackt. Eine Reihe in gedrehter Ausrichtung im großen Inlayfach reichte dafür aus. Die Karten der Bosse habe ich dann in die zweite Reihe packt und die vier Stapel der bewusst noch ungesleevten Upgrade-Karten in separate Zippbeutel gepackt und in diese zweite Reihe gestapelt. Da die Reihenfolge dieser Upgradekarten erhalten bleiben soll, verhindern die Zippbeutel so ein ungewolltes Kartenchaos beim Transport der Schachtel.
Das restliche Spielmaterial ließ sich entspannt in die dafür vorgesehenen Inlayfächer nach Biomen sortieren, wobei ich die kleinen Pappcounter der Biome noch in Zippbeutel gepackt habe, um den Spielaufbau zu beschleunigen. Alles, was nicht zu einem Biom gehört, findet hingegen im finalen Inlayfach seinen Platz. Den Startspielermarker in Form der Pappkrone habe ich in einen durchsichtigen Standfuß gesteckt, damit ich den sichtbarer und haptisch einfacher herumreichen kann. Im Inlay war auch noch ausreichend Platz, um dort ein Päckchen der großformatigen Kartenhüllen zu lagern, um für potenzielle Upgrade-Karten gerüstet zu sein. Danach die ganzen Spielbretter und Übersichten draufgelegt und den Deckel zu. Somit sollte meiner ersten Dead Cells Spielpartie nichts mehr im Wege stehen – ob solo ausprobiert oder direkt in einer Mehrspielerrunde bleibt noch offen.
Ein finales Wort noch zur deutschsprachigen Anleitung: Die empfand ich durchaus verständlich und somit ein Fortschritt zur Originalversion, die viel zu ungenau formuliert sein soll. Trotzdem hat Frosted Games noch neun weitere Fragen und 20 Klarstellungen in einem „Ich hab da mal ‘ne Frage!“-Dokument (siehe Downloads dort) ergänzt. Für zwei Karten gibt es beiliegende Korrektursticker und auf einigen Karten hat sich der Begriff Erkundungsrune statt Forscherrune eingeschlichen, den Ihr per Kartenausdruck in Kartenhüllen eingeschoben korrigieren könntet. Da dort allerdings das Symbol stimmt, sollte es da kaum zu Verwechslungen kommen, zumal nirgends eine Erkundungsrune existiert und diese zudem gesammelt im Mutationsbrett aufbewahrt werden. Somit alles im grünen Bereich für mich.


































