Schön wenn sich ein Ersteindruck bestätigt und damit verfestigt. So geschehen in meiner zweiten Partie SETI mit der neuen Erweiterung. Diesmal keine Zweierrunde, sondern ebenso entspannt zu dritt gespielt mit Kreise von erfahrenen SETi-Veteranen. Dabei gab es einige durchweg positive Überraschungen, nur nicht für alle.
Es gibt ganz besondere Spielpartien, die laufen einfach rund. Nicht nur, weil ich am Ende der Partie SETI Raumfahrtorganisationen einen doch noch arg knappen Sieg für mich verbuchen konnte. Sondern vor allem, weil ich mich über jede Aktion gefreut habe. Eine Partie voller kleiner Momente, die mein Kopfkino zum Glühen gebracht hat. Packende Momente voller positiver Anspannung, ob ein Plan klappen wird oder mir meine Mitspieler zuvorkommen. Ein Wettrennen um Chancen und Möglichkeiten in seiner erlebten Vielfalt. Das Spiel und die Spielrunde haben einfach Spaß gemacht. Was auch mein Dauergrinsen erklärt, das selbst in meiner Erinnerung noch anhält.
Dieses Grinsen müsst Ihr Euch allerdings dazu denken, wenn Ihr Euch durch die diversen Bildimpressionen klickt. Denn wie immer halte ich nur die Partie in Fotos fest und keine Spieler. Ebenso, wie ich ganz bewusst auch keine Namen der Mitspielenden erwähne. Denn das alles ist mein Hobby, eine gemeinsam verbrachte Freizeit unter Freunden. Die soll in keinster Weise dadurch beeinträchtigt werden, dass ich Euch anschließend ein wenig davon erzähle. Sollte es irgendwann dazu kommen, dass sich jemand dadurch gestört fühlt, werdet Ihr davon nichts erfahren. Schlicht, weil ich solche Partien dann nicht breittrete. Da muss dieser Blog hintendran stehen, weil mir ganz vieles viel wichtiger ist und das hier für mich nur ein weiteres Freizeitvergnügen.
Aber zurück zu SETI. Alles fing bei der Wahl der Raumfahrtorganisation an. Dabei habe ich ganz bewusst jedem eine laut Anleitung einfachere 1er bis 4er und dazu eine normal komplexe Organisation zur freien Auswahl zugelost. Mischen, verteilen, entscheiden lassen. Fertig. Das hat jeder für sich gemacht, auch um sich nicht von der Mitspielerwahl beeinflussen zu lassen. Offene Fragen haben wir allerdings gemeinsam geklärt und uns gegenseitig erklärt. Klappte gut, auch weil SETI sich dafür anbietet, einfach genau das zu machen, was dort steht. Lasst alle Interpretationsversuche und Deutungen weg und befolgt wortgetreu den Kartentext. Dann wird alles klar. Und so wollte der Zufall es, dass ich diesmal die „Deep Sky Survey“ Organisation auf die Hand bekam. Eben dort wo die besten Teleskope der Welt gemeinsam Ausschau halten. Und genau so sollte es auch kommen.
Als zweiter Spieler in der Startreihenfolge hatte ich dank der Schnellstartkarten direkt sechs Bekanntheit in Summe. Also ab damit in die Forschung und meinen Supercomputer ausgebaut. Der brauchte dringend einen Credit-Bonus-Boost verpasst, damit ich die ganzen teuren Handkarten auch ausspielen konnte. Dabei war meine Idee, manche nennen es auch Taktik, denkbar einfach: Die Datenanalyse war für mich sowieso kostenlos. Also so schnell wie möglich den Supercomputer mit Daten füttern und zwischendurch immer weiter ausbauen, um die ganzen Boni dabei mitzunehmen. Die benötigten Datenpakete sollte ich über ganz viele Scan-Aktionen bekommen. Weshalb ich mir ebenso vorgenommen hatte, meine Scan-Hauptaktion zeitig auszubauen. Dazu noch das Signal-Plättchen, was ich mir als Einkommen jede Runde neu verdienen würde. Dazu noch meine Fähigkeit, die Kartenauslage zu manipulieren, um mir zielgerichtet Signalmehrheiten sichern zu können. Klang in der zurecht gemalten Theorie wirklich gut.
Was sollte da schon schiefgehen? Spätestens als meine beiden Mitspieler ihre Startzüge gemacht hatten, wurde mir das Problem deutlich. Beide gingen auf die Scannen-Hauptaktion und machten mir damit unliebsame Konkurrenz. Das sollte mir meine Partie nicht einfacher machen, denn nun war das Timing mein größter Feind oder eben Freund. Mit etwas Glück konnte ich mir die erste Signal-Mehrheit sichern und im weiteren Spielverlauf so manchen Mitspieler-Scan als Vorlage nutzen. Dieses eine Signal-Plättchen in Kombination mit dem einmaligen Austausch von einer Handkarte mit der Kartenauslage machte mich ausreichend flexibel und schlagkräftig beim Scannen. In Folge fokussierten sich meine Mitspieler vermehrt auf die Raumfahrt und den Flug zu den Planeten unseres Sonnensystems. Ich selbst hatte bis ins letzte Spieldrittel keine einzige Sonde gestartet. Ging auch so.
Allerdings machte mir die erste aufgedeckte Alienrasse so ihre Schwierigkeiten. Denn Energie brauchte ich gleich doppelt für eine einzige Hauptaktion Scannen und nun verbrauchten gerade diese Aliens die schon längst verplante Energie und bremsten mich beim Scannen ein wenig aus. Am Ende reicht es dann doch für weit über 200 Punkte und eine Mitspielende, die anfangs völlig abgeschlagen hinten lag und kaum Punkte machte, hätte mich fast noch eingeholt und sogar überholt. Dabei war mir der Sieg gar nicht so wichtig, denn die Partie selbst war einfach grandios, spannend, packend und so vollgepackt von erinnerungswürdigen Aktionen, dass ich SETI Raumfahrtorganisationen direkt nochmal und immer wieder spielen kann und auch werde. Derweil eine glatte 10 von 10 auf der Boardgamegeek-Skala und damit um einen Punkt höher bewertet nach dieser grandiosen Spielpartie.
Weiterhin meine absolute Empfehlung, was sich Autor Tomáš Holek da ausgedacht und was das Team von HeidelBÄR Games in der deutschsprachigen Version veröffentlicht hat. Mit den Raumfahrtorganisationen hat SETI bei mir Civolution vom Eurogame-Thron gestoßen. Mal sehen, ob sich an diesem Zweikampf der herausragenden Spiele ihres Genres noch was ändern wird, wenn ich dort die Erweiterung mit ins Spiel bringe.
Das wird dann ein Erlebnis für einen anderen Brettspieltag sein. Bis dahin oder vorab, wenn ich meine, etwas zu erzählen zu haben. Dem selbst aufgedrückten Tagesrhythmus für neue Berichte bin ich ja eh schon längst entflohen und diese lockere Folge werde ich auch beibehalten – ist und bleibt ja nur ein Hobby, das Ihr gerne mit einem „Daumen hoch“ unterstützen könnt, sofern Euch mein Geschreibsel hier unterhalten oder informiert hat oder beides.


















