Ein Wettstreit der Handelsimperien mit durchweg positiver Interaktion, weil wir an den Mitspieleraktionen mitprofitieren können. Wir schippern dazu den Fluss hinab und entlang und führen eine von drei Aktionsalternativen aus. Dabei bestimmt unser Sonderwürfel die Details. So gut wie gewöhnlich, aber die Besonderheit kam für mich unerwartet am Zugende.
Da liegt es nun ausgebreitet auf dem Tisch. Ein Kennerspiel im Kosmos-Verlag. Schön und wertig sieht es aus. Ein mittelgutes Eurogame, das sich Autor Keith Piggott da ausgedacht hat. So könnte ich meinen, wenn ich mich den vielen 8er-Bewertungen mit Tendenz zur 7 auf Boardgamegeek anschließen würde. Gut 3.300 BGG-Nutzer haben bisher ihre Meinung in eine Note komprimiert. Somit ein Spiel, das ok und gefällig ist. Eines, das man gerne mal mitspielen kann, aber nicht zwingend selbst besitzen muss. Das sagt die Masse. Aber für mich ragt Am goldenen Fluss aus einem ganz anderen Grund aus der Masse an Eurogame-Neuheiten heraus.
Eine ganz besondere Besonderheit hat sich mir in meiner Erstpartie in entspannter 4er-Runde wie aus dem Nichts offenbart: Der Sonderwürfel für jeden Spieler ist nicht nur ein Gimmick, sondern ein entscheidendes Instrument, um den Spielfluss am Laufen zu halten. Denn wenn wir mit unseren diversen Aktionsmöglichkeiten durch sind und unser Spielzug beendet ist, dann werfen wir unseren Sonderwürfel. Am besten laut klackernd auf den Holztisch, denn so bekommen alle mit, dass nun der nächste Spieler im Uhrzeigersinn dran ist.
Wer kennt es nicht? Da warte ich ungeduldig auf meinen Zug und der Mitspieler vor mir ist längst fertig, sagt es aber nicht und lässt sich ebenso auch nicht anmerken, ob noch intensiv gedacht wird oder was überhaupt los ist. Passiert das mehrmals, kann sich so eine Partie schon enorm und nervig ziehen.
Am goldenen Fluss macht es besser und hat mit seinem Sonderwürfel-Wurf am Zugende ein klares akustisches Zeichen gesetzt, was jetzt Sache ist. Das kann niemand überhören und so geht es im flotten Takt reihum weiter. Auch deshalb könnt Ihr eine Partie in gut einer Stunde spielen und habt keine Wartezeiten erlebt. Weil Ihr zu Eurem Zugende schon vorausplanen könnt, was Ihr mit dem Sonderwürfel so alles anstellen wollt. Denn der bestimmt Euren Zug, sofern Ihr durch Abgabe von göttlicher Gunst nicht Euer Schicksal selbst steuert und die Augenzahl manipuliert. Stefan Feld winkt Euch derweil kurz zu. Warum auch nicht, denn gute Mechanismen kann man gerne übernehmen.
Wie war nun mein Ersteindruck von meiner Partie Am goldenen Fluss? Gut, hat mir gefallen. Vor allem, weil der eigene Spielzug so klar durchstrukturiert ist, obwohl wir mittendrin viele Sachen machen können. Deshalb bin ich gespannt, ob und wo ich diesen auch akustischen Zugende-Anzeiger das nächste Mal wiedersehe. Denn gute Spielmechaniken kommen immer wieder.


















