Für die ursprünglich verlangten 130 Euro definitiv zu teuer. Die vorweihnachtliche Preisschlacht hat allerdings auch vor den Brettspielen nicht Halt gemacht und so gab es Kathmandu aus der Stefan Feld City Collection für weniger als die Hälfte im Angebot. Wer konnte da schon widerstehen?

Machen wir uns nichts vor. Wenn der Ausgangspreis nur unverschämt hoch genug ist, wirkt jeder Rabatt wie ein Schnäppchen, das alle Belohnungszentren klingeln lässt. So auch bei der Classic-Edition des Stefan Feld Eurogames Kathmandu. Im spielerischen Kern ein eher taktisch einfaches Laufspiel auf Familien-Niveau. Deshalb hatte ich bisher gezögert, die dafür aufgerufenen 130 Euro ausgeben zu wollen. Da mag meine Erstpartie noch so gut gewesen sein. Also warten und hoffen auf die eventuell erneut preisreduzierte Deluxe-Version von Queen Games, die auf diversen Spielemessen auch schon mal für 100 Euro angeboten wird. Immer noch viel für ein eher klassisches Eurogame, aber immerhin bekommen wir dafür bedruckte Acrylmarker und ein Inlay aus Pappschachteln. Juhu!

Die SPIEL Essen 2025 zog an mir vorbei und Queen Games hatte Kathmandu erst gar nicht mit dabei. Also doch auf die kommende Spiel DOCH! Messe in Dortmund warten? Die vorweihnachtliche Preisschlacht auf dem Brettspielmarkt kam mir zuvor. Mogli Distribution, der offizielle Queen Games Vertrieb, hatte für einige wenige Tage die Classic-Edition für knapp 60 Euro im Angebot bei Amazon. Versandkostenfrei für Prime-Mitglieder und noch vor den Feiertagen geliefert. Soweit das Versprechen. Zeitgleich gab es die Deluxe-Version im Queen Games Shop für 99,99 Euro. Zudem versandkostenfrei ab 60 Euro Einkaufswert.

Classic für 60 Euro oder Deluxe für 40 Euro mehr? Für diese 40 Euro mehr hätte ich die Ressourcen-Marker, die Güter und Tempel-Plättchen als bedruckte Acrylversion statt aus Pappe bekommen. Also 134 Plättchen aus Plastik. Dazu viele kleine Schächtelchen, in der ich das Spielmaterial vorsortiert verstauen hätte können. Und eine größere und eben besondere Spieleschachtel inklusive gedruckter Autogrammkarte des Autors. Da meine Anspielsession mir gezeigt hat, dass das Pappmaterial völlig ausreicht und somit Acryl nur überproduziert gewesen wäre, schrumpfte für mich der Vorteil der Deluxe-Version in sich zusammen. Inlay schön und nett, aber nicht für den Aufpreis. Die Classic-Edition musste ausreichen. Also bestellt und gut.

Erstaunlich wenige Tage später kam das DHL-Paket dann auch an. Zwar im stabilen Umkarton, nur an dem Packmaterial hat Amazon wie üblich gespart. Zum Glück hat das Paket keinen Schlag auf eine der Ecken abbekommen, weil der wäre ungepolstert auf die direkt anliegende Spieleschachtel durchgegangen. Der einsame Streifen Packpapier war eh nur Deko. Der Schachtelinhalt brachte knapp 3 kg Spielmaterial auf die Waage, was vor allem den 16 großformatigen Stanzbögen geschuldet ist. Eine Menge Spiel in der Schachtel und eine Menge an Pappe, die es auszupöppeln galt. Zwar waren ein paar Stanzbögen leicht eingerissen durch die Fliehkräfte im Karton und den zwei wuchtigen Kartenpacks, die alles kleinzumalmen drohten, aber das waren zum Glück nur Rahmenelemente, die sowieso weggeworfen werden sollten. Das eigentliche Spielmaterial hat die holprige Reise hingegen gut überstanden. Bei dieser Packweise sehe ich Reklamationen allerdings einkalkuliert. Ich hatte einfach mal Glück.

Auffällig war, dass es in der Anleitung keinerlei Abschnitt gibt, wie die doppelseitigen Spielerboards zusammengeklebt werden sollen. Hier gibt es das mir von Civolution bekannte Prinzip der kleinen Klebepunkte und eines umklappbaren Rahmens. Hat den Vorteil, dass sich der Kleber auf seiner Reise von China nicht verzieht, während die Pappschichten langsam durchtrocknen. Die Bastelarbeit war allerdings kein Hexenwerk und somit war mein Exemplar von Kathmandu komplett. Die ausgedrückten runden und eckigen Marker aus dem Spielerboards sind übrigens Müll, auch wenn die fast wie Spielmaterial wirken in ihrer bedruckten Art. Also entsorgen und Platz in der Spieleschachtel schaffen. In eigene Tütchen sortiert und die Karten in Gamegenic 66 x 91 mm Standard Hüllen in matt gepackt, das war dann mein letzter Akt meiner Auspack- und Auspöppel-Session. Klickt Euch durch die insgesamt 52 Impressionen dazu, um den kompletten Verlauf nacherleben zu können.

Was bleibt übrig? Eine Spieleschachtel voller Hoffnung, dass Kathmandu als einfaches Laufspiel mit taktischem Anspruch in den kommenden Partien mindestens genauso zünden wird, wie bei meiner Erstpartie erlebt. Die 130 Euro hätte ich niemals dafür zahlen wollen, aber knapp 60 Euro für ein in Summe gut ausgestattetes Eurogame war mir das Versprechen auf zukünftige Spielerlebnisse dann doch wert. Für den Preis hätte Queen Games aber trotzdem ein Standard-Inlay oder wenigstens Plastiktüten für das Spielmaterial spendieren können.

Ach ja, fast vergessen: Der Farbunterschied zwischen orangen Würfel und der angeblich ebenso oranger Ware ist auch hier gegeben. War also kein Einzelfall meines Anspielexemplars damals. Mal sehen, ob ich in naher Zukunft die vier Plastikwürfel noch austauschen werden, gegen welche, die für mich mehr dem Orange der Warenart entsprechen. Aber entscheidet selbst mit Blick auf Bild 33. Farbwahrnehmung ist ebenso wie Spielegeschmack eben arg subjektiv.

Ein Gedanke zu „Kathmandu zum Schnäppchenpreis: Meine Auspack-Session“
  1. Wer ein Spiel kennt, welches 16 mm grosse Kunststoffwürfel in schmutzig-gelb oder orange-braun (nicht ins rötliche gehend) verwendet, einfach hier posten. Bin noch auf der Suche nach geeignetem Ersatz, der für mich farblich besser passt. Die Würfel von der Las Vegas (Alea) Erweiterung bzw. die von Alea iacta est, welche dort als „gelb“ bezeichnet werden, haben einen idealen Farbton für Kathmandu, sind aber leider 14 mm statt 16 mm klein.

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