Auf der Rennbahn lautet die spontane wie richtige Antwort. Die ist bei der Verlagsneuheit von CMYK eine Laufstrecke mit Start und Ziel und dazwischen einzelnen Feldern, die wir mit unseren ganz besonderen Athleten entlang laufen. Möglichst dem Ziel entgegen, aber das gestaltete sich in meiner Spielpraxis schwieriger und lustiger als gedacht.
Da purzeln uns ganz viele Holzpöppel in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben und Aufdrucken entgegen, wenn wir der stark bebilderten Spielanleitung Folge leisten und den Schachtelinhalt einfach ausschütten und auf den Spieltisch verteilen. Wir spielen in Summe vier einzelne Rennen hintereinander und in jedem davon versuchen wir, eine möglichst gute Platzierung zu erzielen. Konkret ist das der erste oder zweite Platz, weil dafür gibt es aufsteigend Siegpunkte und genau die sammeln wir. Wenn wir zudem nebenbei im Streckenverlauf noch Sonderpunkte einsammeln können, dann umso besser. Am Ende hat jemand gewonnen und wir hoffentlich auf dem Weg dorthin eine Menge Spaß gehabt.
Ist doch eh alles Zufall! So könnte einer ausrufen, der von außen betrachtet auf Magical Athlete blickt. Wir draften zu Spielbeginn aus einer begrenzten Athleten-Auslage unsere vier Favoriten reihum nach dem Snake-Prinzip, das wir schon von der Catan-Startaufstellung kennen. So bekommen wir vier verschiedene Athleten auf die Hand. Der ganze Rest spielt diesmal nicht mit und erzeugt so eine Varianz in jeder Partie. Wir wählen geheim und gleichzeitig einen Athleten für das aktuelle Rennen aus und so entscheidet auch der Zufall, wer hier auf wen trifft.
Die Konstellation der Absurditäten ist hier die Besonderheit von Magical Athlete. Denn sind wir am Zug, so würfeln wir unseren bunten wie hölzernen W6. Ob wir nun 1 oder gar direkt 6 Felder nach vorne rennen dürfen, das entscheidet unser ganz eigenes Würfelglück. So einfach und gerade deshalb spielenswert. Dazu kommt die Spezialfähigkeit jedes einzelnen Athleten und schon wird aus dem Gewürfel ein Spiel. So lässt die Banane alle Athleten stolpern und damit den nächsten Zug aussetzen, wenn jemand an ihr vorbeiläuft. Ausgerutscht, hingefallen. Ätschi-Bätschi! Oder wir gehen mit dem dicken Baby an den Start, das so groß ist, dass es nur alleine auf ein Feld passt und damit alle anderen auf das Feld hinter sich verdrängt.
Und das waren nur die harmlosesten Athleten. Da gibt zum Beispiel den Alchemisten, der bei einer 1 oder 2 direkt 4 nach vorne geht. Oder der Mund, der einsam laufende Athleten auf seinem Zielfeld einfach mal auffrisst und so komplett aus dem Rennen wirft. Wem die beiliegende Vielfalt nicht ausreicht, findet online auf Boardgamegeek noch über 350 andere Athleten.
Dreißig Schritte sind es bis über die Ziellinie. Im Idealfall komme ich also fünfmal zum Zug, gehe jeweils sechs Würfelaugen nach vorne und freue mich so über meinen ersten Platz. Auf der so bezeichneten „Mild Mile“ Spielplanseite lenken dabei auch keinerlei Sonderfelder ab. In jedem zweiten Rennen geht es hingegen in die „Wild Wilds“, wo uns Felder nach vorne katapultieren oder zurücksetzen oder auch hinfallen und aussetzen lassen. So wechseln sich Feldeffekte mit den Sondereffekten der Athleten ab und sorgen für eine Atmosphäre des absoluten Spielspaßes, sofern Ihr Euch an diesem Chaos der abstrusen Auswirkungen erfreuen könnt.
Wer es ganz genau wissen will, der schlägt im Regelheft die Hinweise zum chronologischen Ablauf und den Erklärungen zu den einzelnen Athleten nach. Alternativ spielt einfach so, wie Ihr die englischsprachigen Kartentexte versteht. Im Zweifel lasst die Mehrheit oder einen Würfelwurf entscheiden. Denn Magical Athlete will ein flott gespieltes Spielchen für zwischendurch sein. Mal eben für eine halbe Stunde gespielt, vier Rennen absolviert und mit Würfelwürfen und Sonderfähigkeiten die eigenen Athleten ins Ziel getragen.
Spielt Ihr Magical Athlete zu zweit oder dritt, wird das Spielgeschehen hingegen taktischer. Denn dabei sucht Ihr Euch direkt zwei Eurer Athleten pro Rennen aus, die sich im Idealfall noch bestens ergänzen und kombinieren in ihren Eigenschaften. Zudem würfelt und zieht Ihr beide Athleten in Eurem Zug, bestimmt allerdings frei die Reihenfolge. Eure Banane erst losrennen zu lassen, nur damit Euer zweiter Athlet darauf ausrutscht, das könnte keine siegversprechende Taktik sein. Damit dauert so eine Partie dann auch länger, weil es mehr zu überlegen und verstehen gibt.
Genau so habe ich meine Erstpartie erlebt und bin deshalb umso gespannter, wie sich Magical Athlete in größerer Runde spielt, in der sich jeder nur auf einen einzigen eigenen Athleten pro Rennen fokussiert. Hat aber auch Spaß gemacht und deshalb gerne wieder. Und deshalb verdient sich Magical Athlete auch meine Empfehlung.














