Wie viel Zufall verträgt Euer Spielspaß? Wer sich dem abstrusen Treiben auf den dreißig Feldern bis zur Ziellinie hingeben kann, der erlebt eine außergewöhnliche Rennserie, bei der schlichter Wahnsinn Regie führt. Zwar auch zu zweit spielbar, aber erst ab vier versammelten Mitspielern am Spieltisch kann sich das Spielgeschehen erst so richtig entfalten.

Brettspieltag kann auch mal fokussierter über eine Spielerfahrung berichten. Die dreht sich um die jüngste Verlagsneuheit von CMYK. Zunächst hatte ich Magical Athlete in entspannter Dreierrunde kennengelernt in meiner Erstpartie. Da übernimmt dann jeder zwei Charaktere pro Rennen und muss zusätzlich in jedem eigenen Spielzug immer wieder neu die Entscheidung treffen, welche Spielfigur wir mit den sehr individuellen Eigenschaften zuerst und welche danach ziehen wollen. Wir kennen das ja: Jede Entscheidung kostet Zeit, weil will bedacht und abgewogen werden. Damit bekommt Magical Athlete zwar eine zusätzliche taktische Spielkomponente, aber droht auch, ein wenig zerdacht zu werden, was dem eigentlichen Spielanspruch eines flotten Zwischendurchspiels widerspricht.

Deshalb war ich umso gespannter, wie sich Magical Athlete in größerer Runde spielen wird. Kurz gesagt, gut und besser und deshalb bevorzuge ich im Rückblick eher Partien ab vier Spieler. So kann sich jeder nur auf einen eigenen Athleten pro Rennen fokussieren. Die Folge ist ein flotter Spielablauf, der trotzdem ausreichend Chaos und Spannung mit sich bringt, was so alles passiert und welche Kettenreaktionen durch die abstrusen und abwechslungsreichen Fähigkeiten entstehen und sich entfalten. Das funktionierte bestens, auch wenn wir nur zu viert auf der Rennstrecke waren und somit durchaus auch mal Momente entstanden, in denen fernab des Würfelwurfes eher wenig passierte. Zu dritt mit doppelter Charakteranzahl war das Chaos und die Interaktionendichte etwas größer. Ideal und optimal wären somit sechs Spieler. Boardgamegeek stimmt mir da zu. Aber ideale Spielerzahlen ergeben sich halt nicht immer in der gelebten Spielpraxis.

Im Rückblick hatten wir zu viert spaßige 30 Minuten über vier Rennen. Für mich das ideale Funspiel, das ohne große Vorbereitungen oder Regelerklärungen funktioniert. Trotzdem empfehle ich Euch, zumindest die wichtigsten Fachbegriffe des Spiels vorab kurz zu erläutern: Trip, Passing, Main Move, aktive und passive Effekte. Im Zweifel gemeinsam beim Athletendrafting erklären, wenn es relevant wird für einzelne Fähigkeiten. Da schlägt dann leider auch die Sprachhürde zu, denn Magical Athlete hat nur eine englischsprachige Anleitung und ebensolche Kartentexte. Die sind zwar kurz, wollen aber trotzdem verstanden werden. Da alle Charaktere offen im Drafting ausliegen, können wir die zum Glück auch für alle übersetzen und abklären. Wer mit der englischen Sprache so seine Probleme hat, sollte trotzdem auf die hoffentlich kommende lokalisierte Version warten, denn Verständnishürden stehen dem flotten Spielgeschehen von Magical Athlete nicht gut zu Gesicht.

Alle anderen müssen trotzdem warten. Magical Athlete ist aktuell ausverkauft. Aber schon im Laufe des ersten Quartals 2026 wird eine neue Lieferung für Europa erwartet. Manche Versender sprechen sogar schon von Ende Januar. Der Nachschub an Spielspaß ist somit gesichert und meine Empfehlung für Magical Athlete ist ungebrochen. Im Zweifel einfach mal mitspielen und eine vergnügliche halbe Stunde erleben. Ideal, wenn Ihr dabei zu fünft oder sechst seid.

Ein Gedanke zu „Magical Athlete in größerer Runde: Meine Banane ist schneller“
  1. Heute nochmal zum Abschluss eines entspannten Spieletages zu fünft gespielt. Kam erneut gut an – viele Lacher und gemeinsames Gejohle und einfach gute Stimmung am Tisch. In einer halben Stunden gespielt. Einzig das Drafting von 2x 10 Charakteren dauert am Anfang etwas, weil wir die gemeinsam durchgegangen und uns gegenseitig erklärt haben. In der kommenden lokalisierten Version von Asmodee (unter dem Namen „Turbo-Flitzpiepen 2000“) würde das schneller gehen, weil eben Texte in der Muttersprache dann doch schneller erfasst und verstanden sind. Deshalb weiterhin absolute Empfehlung und für Turbo-Flitzpiepen 2000 noch mehr!

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